„Die Zukunft beginnt jetzt“ – Philosophische Gedanken für den Tag

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Radio Ö1: „(Philosophische) Gedanken für den Tag“ (Jänner 2017) von Dr. Peter Zeillinger.

Die Regeln der Zukunft erfinden (Jean-François Lyotard) – Sendung Mo, 2.1.2017
Die Zukunft das Jetzt bestimmen lassen (Bibel und Koran) – Sendung Di, 3.1.2017
Den Anfang vom Ende her schätzen lernen (Judith Butler) – Sendung Mi, 4.1.2017
Die Gerechtigkeit und das „Vielleicht“ (Jacques Derrida) – Sendung Do, 5.1.2017
Wer hat eigentlich das Asyl erfunden? – Sendung Fr, 6.1.2017
„Vielleicht wird das Unmögliche daher notwendig gewesen sein“. Der Zukunft Stimme verleihen (Alain Badiou und Jacques Derrida) – Sendung Sa, 7.1.2017 „„Die Zukunft beginnt jetzt“ – Philosophische Gedanken für den Tag“ weiterlesen

ad Covid-19: Die Blöße (Nacktheit, Blödigkeit) des Souveräns

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Auszug aus: Peter Zeillinger, Das Unvereinbare im Zentrum des Politischen. Zum politischen Potenzial von Agambens Homo-Sacer-Projekt, in: Martin Kirschner (Hg.), Subversiver Messianismus (Baden-Baden: Nomos, 2020) [im Druck].

Es ist an der Zeit einen Schritt zurückzutreten und die Situation zu überdenken: Die aktuelle globale Ausnahmesituation unterscheidet sich vom klassischen Verständnis eines politischen oder juridischen »Ausnahmezustands«. Sie entlarvt nicht nur das Konzept der souveränen Entscheidung über den Ausnahmezustand als Illusion, sondern betrifft auch das Verständnis souveräner Macht als solcher. Die Versuche »souveräner Gesten« wie Sie Donald Trump, Boris Johnson oder Jair Bolsonaro an den Tag gelegt haben, erwiesen sich alsbald als lächerlich. Auch Aussagen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz lassen sich in diesem Kontext strukturell hinterfragen. Das nunmehr abgeschlossene Homo-Sacer-Projekt des italienischen Philosophen Giorgio Agambens lässt dagegen Kriterien für das kritische Potenzial einer »kommenden Politik« sichtbar werden, die ohne Rückgriff auf eine souveräne Instanz wirksam wird. Diese »Politik im-Kommen (ital. que viene, fr. à-venir)« verweist dabei nicht auf eine chronologisch künftige Zeit, sondern entfaltet sich bereits im »Hier-und-Jetzt«. Agamben vergleicht dieses »Kommende-schon-jetzt« mit der messianischen Struktur der biblischen Tradition.
(Der Text erscheint als Anhang zu einer Einführung in die Begriffe und die Methodik des Denkens von Giorgio Agamben, sowie ein affirmatives Verständnis seiner Hinweise zu einer »kommenden Politik« im Kontext seines Homo-Sacer-Projekts.) „ad Covid-19: Die Blöße (Nacktheit, Blödigkeit) des Souveräns“ weiterlesen

Fundamentaltheologie. Verantwortung der christlichen Hoffnung

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Die Fundamentaltheologie ist für die TeilnehmerInnen des Theologischen Kurses zunächst einmal ein Fach, von dem sie zumeist noch nie zuvor gehört haben. Auf die Eingangsfrage „Was hätten Sie gestern geantwortet, wenn Sie jemand gefragt hätte, worum es in der ,Fundamentaltheologie‘ (die zumeist am Kursbeginn vorgetragen wird) gehen könnte?“ werden am häufigsten Assoziationen wie „Fundamente“, „Grundlagen“ oder – mit einem gewissen Schmunzeln – auch „Fundamentalismus“ genannt. Das Stichwort „Grundlagen“ klingt gut. Aber sind die Grundlagen der christlichen Rede von Gott nicht der persönliche bzw. überlieferte Glaube, die Bibel oder die existenzielle Erfahrung Gottes? Was könnten da abstrakte Reflexionen über „Grundlagen“ noch hinzufügen? In gewisser Weise steht mit der Frage, worum es in der Fundamentaltheologie geht, auch die allgemeinere Frage im Raum, wozu es überhaupt eine akademische Theologie braucht.

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