Gott zu lieben. Johannes Paul II (1920 – 2005)

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Beitrag von Prof. Dr. Krzysztof Michalski (+2013), Boston University/IWM

Wir danken Herrn Dr. Ludger Hagedorn, dem Leiter des Krzysztof Michalski Archivs am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien für die freundliche Genehmigung zum Abdruck dieses Beitrags.


»Liebst du mich?«, fragte Christus, nach dem Evangelium des heiligen Johannes, im Fortgehen seinen Schüler Simon Petrus.

»Liebst du mich?«, sagte Kardinal Wojtyla in der römischen Kirche des heiligen Stanislaus während der Messe für den eben verstorbenen Johannes Paul I, »das ist die einzige Frage, in deren Licht wir jedes Pontifikat und jede menschliche Angelegenheit betrachten müssen.« „Gott zu lieben. Johannes Paul II (1920 – 2005)“ weiterlesen

ad Covid-19: Die Blöße (Nacktheit, Blödigkeit) des Souveräns

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Auszug aus: Peter Zeillinger, Das Unvereinbare im Zentrum des Politischen. Zum politischen Potenzial von Agambens Homo-Sacer-Projekt, in: Martin Kirschner (Hg.), Subversiver Messianismus (Baden-Baden: Nomos, 2020) [im Druck].

Es ist an der Zeit einen Schritt zurückzutreten und die Situation zu überdenken: Die aktuelle globale Ausnahmesituation unterscheidet sich vom klassischen Verständnis eines politischen oder juridischen »Ausnahmezustands«. Sie entlarvt nicht nur das Konzept der souveränen Entscheidung über den Ausnahmezustand als Illusion, sondern betrifft auch das Verständnis souveräner Macht als solcher. Die Versuche »souveräner Gesten« wie Sie Donald Trump, Boris Johnson oder Jair Bolsonaro an den Tag gelegt haben, erwiesen sich alsbald als lächerlich. Auch Aussagen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz lassen sich in diesem Kontext strukturell hinterfragen. Das nunmehr abgeschlossene Homo-Sacer-Projekt des italienischen Philosophen Giorgio Agambens lässt dagegen Kriterien für das kritische Potenzial einer »kommenden Politik« sichtbar werden, die ohne Rückgriff auf eine souveräne Instanz wirksam wird. Diese »Politik im-Kommen (ital. que viene, fr. à-venir)« verweist dabei nicht auf eine chronologisch künftige Zeit, sondern entfaltet sich bereits im »Hier-und-Jetzt«. Agamben vergleicht dieses »Kommende-schon-jetzt« mit der messianischen Struktur der biblischen Tradition.
(Der Text erscheint als Anhang zu einer Einführung in die Begriffe und die Methodik des Denkens von Giorgio Agamben, sowie ein affirmatives Verständnis seiner Hinweise zu einer »kommenden Politik« im Kontext seines Homo-Sacer-Projekts.) „ad Covid-19: Die Blöße (Nacktheit, Blödigkeit) des Souveräns“ weiterlesen

Nachdenklichkeit – Keine Nähe zu Verschwörungstheorien

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Hochrangige Kirchenvertreter mit Erzbischof Viganos und Kardinal Müllers an der Spitze rufen zum Kampf: Sie identifizieren die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie als Verschwörung der Mächtigen dieser Welt („Mächte der Finsternis“), sparen nicht mit unsäglichen Unterstellungen und reklamieren als „Grundrecht, das der Herr Jesus Christus ihr gegeben hat“ die Aufhebung der Beschränkung für gottesdienstliche Versammlungen.

Ich wurde gefragt, ob ich mich mit meinen kritischen Corona-Rückfragen an die Kirchenleitung in Österreich (Blog-Beitrag vom 8.5.20) nicht in der Nähe dieser Verschwörungstheorie bewege: „Nachdenklichkeit – Keine Nähe zu Verschwörungstheorien“ weiterlesen

Leiden und Leidenschaft. Musikalisches und Theologisches zur Johannespassion (J. S. Bach, BWV 245)

© Wolfgang Sauber. Innichen ( Südtirol ). Stiftskirche Kreuzigungsgruppe ( 13.Jhdt. )

Am Karfreitag, 7. April 1724, erklang die Johannes-Passion in der Nikolaikirche in Leipzig erstmals. Text und Musik stellen Jesu Leiden nicht nur dar, sondern wollen den Zuhörer involvieren, ihn am Geschehen teilhaben lassen und verdeutlichen, dass Christus für ihn leidet: „O Mensch, bewein dein Sünde groß …“ „Leiden und Leidenschaft. Musikalisches und Theologisches zur Johannespassion (J. S. Bach, BWV 245)“ weiterlesen

Tipps für eine Theologie zu Hause

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Die Zeit der häuslichen Isolation muss kein Theologie-Fasten bedeuten. Es ist ganz im Gegenteil eine Chance, endlich Zeit und Muße zu finden, viele theologische Online-Angebote wahrzunehmen und zu erkunden. Im Folgenden möchten wir auf einige Online-Angebote hinweisen, die einerseits um das Thema „Theologie und die Corona-Krise“ kreisen und andererseits sich mit theologischen Themen in Form von Blog, Film oder Podcast auseinandersetzen. „Tipps für eine Theologie zu Hause“ weiterlesen

Die Welt nach Corona

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Beitrag vom Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (zukunftsInstitut)

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird”, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt. „Die Welt nach Corona“ weiterlesen

Die Bibel – ein Krisenfestes Buch fürs Leben

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Beitrag von Mag. Oliver Achilles & Dr. Piotr Kubasiak

Die Bibel ist ein Buch, das die Menschheitsgeschichte verändert hat und bis heute prägt. Für die Christinnen und Christen ist sie aber nicht nur ein Buch, sondern eine Lebensbegleiterin. Auch in Krisenzeiten kann sie inspirieren, zum Nachdenken bewegen und Trost spenden. Die Zeit der häuslichen Isolation kann eine Chance sein, sich der Bibel zu widmen und sich von ihr leiten zu lassen. Hier möchten wir auf einige Angebote hinweisen, die zur Beschäftigung mit ihr einladen. „Die Bibel – ein Krisenfestes Buch fürs Leben“ weiterlesen

Von der Schande zum Ruhm. Pesach und Ostern: Zwei Feiergestalten einer Hoffnung

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In den Tagen vom 8. bis zum 16. April feiern Juden in diesem Jahr Pesach. Etwa zur gleichen Zeit gehen die westlichen Kirchen in die Hohe Woche: In der Nacht zum 12. April, der Pascha-Vigil, beginnt für sie jene Fünfzig-Tage-Zeit, die „wie ein einziger Ostersonntag“ zu feiern ist (Tertullian), die orthodoxen Kirchen folgen eine Woche später. Was gibt Juden wie Christen Anlass zu solch lang anhaltender Festesfreude? Und was wird in jener außergewöhnlichen Nacht gefeiert, die so anders ist als alle anderen Nächte? Pesach und Ostern sind „zwei Feste wie zwei Schwestern“ (C. Leonhard) – was aber macht ihren Eigencharakter, was die Verwandtschaft aus?

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