Dogmatik – Grammatik des christlichen Glaubens und Lebens

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Beitrag von Univ.-Prof. Dr. Roman A. Siebenrock

„Dogmatik“ – das klingt heute nicht wirklich gut. Als „dogmatisch“ werden Meinungen und Menschen charakterisiert, die sich auf bloße Behauptungen stützen und besserwisserisch der Pflicht zur Begründung ausweichen. Ist unsere Kirche noch zu retten, wenn sie das Dogma als Glaubensgrundlage verkündet und selbst der Theologische Kurs „Dogmatik“ als Kernfach hochhält? Ich gebe zu, dass ich mich nicht immer als „Dogmatiker“ vorstelle. „Systematische Theologie“, so nenne ich mein Fach. Nach innen hat sie als „Dogmatik“ die Glaubenseinsicht (intellectus fidei) zu kultivieren. Nach außen entwickelt sie als „Fundamentaltheologie“ eine zeitgemäße Glaubwürdigkeitsargumentation als Antwort auf Kritik, Einwand und Unverständnis; – und zwar mit den Mitteln der „reinen Vernunft“. Während nach außen keine Autorität (weder Schrift, Kirche noch Jesus Christus) vorausgesetzt werden kann, ist nach innen der Glauben der Kirche in Dogma, Liturgie und Frömmigkeit die vorausgesetzte Lebensform des systematischen Denkens. „Dogmatik – Grammatik des christlichen Glaubens und Lebens“ weiterlesen

Bin ich nicht würdig?

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„Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ – Von Vielen gedankenlos gebetet, für Manche anstößig: Warum soll ich mich als „unwürdig“ sehen, klein und wertlos …? Sind die Zeiten nicht vorbei, in denen die Religion dazu benutzt wurde, Menschen abhängig und unmündig zu halten? Kann Gott nur groß sei, wenn der Mensch klein ist? „Bin ich nicht würdig?“ weiterlesen

Fundamentaltheologie. Verantwortung der christlichen Hoffnung

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Die Fundamentaltheologie ist für die TeilnehmerInnen des Theologischen Kurses zunächst einmal ein Fach, von dem sie zumeist noch nie zuvor gehört haben. Auf die Eingangsfrage „Was hätten Sie gestern geantwortet, wenn Sie jemand gefragt hätte, worum es in der ,Fundamentaltheologie‘ (die zumeist am Kursbeginn vorgetragen wird) gehen könnte?“ werden am häufigsten Assoziationen wie „Fundamente“, „Grundlagen“ oder – mit einem gewissen Schmunzeln – auch „Fundamentalismus“ genannt. Das Stichwort „Grundlagen“ klingt gut. Aber sind die Grundlagen der christlichen Rede von Gott nicht der persönliche bzw. überlieferte Glaube, die Bibel oder die existenzielle Erfahrung Gottes? Was könnten da abstrakte Reflexionen über „Grundlagen“ noch hinzufügen? In gewisser Weise steht mit der Frage, worum es in der Fundamentaltheologie geht, auch die allgemeinere Frage im Raum, wozu es überhaupt eine akademische Theologie braucht.

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Auf der Suche nach seinem Antlitz

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„Gott zu suchen“ ist die Aufgabe jedes religiösen Menschen. Ein Christ sucht Gott in der Bibel, in der Natur, in den Ereignissen des eigenen Lebens, in der christlichen Tradition, in der Liturgie oder einfach im stillen Gebet. Auf dieser Suche helfen auch viele Wegweiser: Gebetbücher, theologische und geistliche Literatur, geistliche Begleitung, Exerzitien oder die Stimme des eigenen Herzens. Das ist gut und richtig so, denn Jesus selbst ermutigt: „Sucht und ihr werdet finden.“ (Mt 7,7) Doch die jüdisch-christliche Tradition kennt auch die entgegengesetzte Bewegung, die in der persönlichen Spiritualität manchmal in Vergessenheit gerät. „Auf der Suche nach seinem Antlitz“ weiterlesen

„Einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen…“ Notizen zur Feier von Weihnachten und Epiphanie

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„Dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch, und wir sterbliche Menschen empfan­gen in Christus dein göttliches Leben.“ Mit diesen Worten beschreibt die dritte Präfation von Weih­nachten den Inhalt des Weihnachtsfestes: Ein wundersamer, ja paradoxer Tausch findet statt,  ein Tauschhandel (lat. commer­cium), bei dem die reich werden, die nicht zahlen können! „„Einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen…“ Notizen zur Feier von Weihnachten und Epiphanie“ weiterlesen

Larry Hurtado (1943-2019)

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Immer wieder habe ich mich in den letzten Jahren ausdrücklich auf ihn berufen – nun ist dieser große Wissenschaftler seinem Krebsleiden erlegen.

Im Jahr 2010 startet Larry Hurtado seinen Blog mit dem Thema „Comments on the New Testament and Early Christianity (and related matters)“ und es gelang ihm zu diesen Themen bis Oktober 2019 mehr als Zwei Millionen Seitenaufrufe zu generieren. Der letzte Eintrag des Blogs datiert vom 17. November 2019. Etwas mehr als eine Woche später ist Professor Hurtado am 25. November gestorben. „Larry Hurtado (1943-2019)“ weiterlesen

Der Grosse Wurf? Ein Traum zur Amazonassynode, zugleich ein Entwurf für das Nachsynodale Schreiben Spiritu Sancto ducti

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Beitrag von em. Univ.-Prof. Dr. Walter Kirchschläger (Luzern)

Vorbemerkung als Lesehilfe

Einen notwendigen „Sprung nach vorwärts“ (un balzo innanzi) hatte Johannes XXIII. in seiner Ansprache zur Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962) angedacht. Verschiedentlich wurde dazu angesetzt, immer wieder wurde er „gehemmt“ (Helmut Krätzl, 1998). Es blieb bei kosmetischen Retuschierungen, die umfassende Kirchen-Re-form fand bislang nicht statt. Mag sein, dass die pastorale Not im Amazonasgebiet den Anstoss dazu gibt, über den eigenen theologischen Schatten zu springen und einen Paradigmenwechsel einzuleiten? – eine Hoffnung, ein Traum … „Der Grosse Wurf? Ein Traum zur Amazonassynode, zugleich ein Entwurf für das Nachsynodale Schreiben Spiritu Sancto ducti“ weiterlesen

Antrieb der Befreiung oder Bremse der Modernisierung? Die Rolle der Kirche vor und nach der Wende von 1989

Solidarność-Platz in Danzig
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Vor 30 Jahren, am 9. November 1989 kam es zu einem Erdbeben, das den Eisernen Vorhang fallen ließ und den Aufbau eines neuen Europa ermöglichte. Mit dem Fall der Berliner Mauer hat sich die europäische Landschaft verändert, doch die Folgen der Trennung bleiben bis heute spürbar. Was war dabei die Rolle der Kirche und was sollte sie heute tun? War sie ein Antrieb der Befreiung? Ist sie eine Bremse der Modernisierung? „Antrieb der Befreiung oder Bremse der Modernisierung? Die Rolle der Kirche vor und nach der Wende von 1989“ weiterlesen

Im Wald besser beten?

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„Wenn ich allein bin, kann ich besser beten als mit anderen, deshalb gehe ich nicht in die Kirche.“ – Bestimmt können viele Menschen dieser Feststellung einiges abgewinnen, wenn auch sie erleben, dass in der Einsamkeit die persönliche Begegnung mit Gott besser und intensiver gelingt als „in der Kirche“. Ungestört von der Welt, ungestört von anderen.

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Die Macht der Sprache

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Zum neuen Programm in der AKADEMIE am DOM 2019/20

„Niemand holt sein Wort wieder ein.“ (Wilhelm Busch) Ob Liebesgeflüster, Rufmord oder Tabuworte – einmal in die Welt gesetzt, zeigen Worte Wirkung, entfaltet Sprache Macht, ja, entfacht mitunter sogar Gewalt. Zugleich wirkt Sprache nach innen, sie bestimmt die Wahrnehmung der Welt und unser Bewusstsein. Die AKADEMIE am DOM befasst sich im Studienjahr 2019/20 mit bemerkenswerten Aspekten von Sprache. „Die Macht der Sprache“ weiterlesen