„Gott, du hast uns wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt“: Anmerkungen zur Geschichte der Feiern von Umkehr und Versöhnung

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Mit diesen Worten des Staunens, der Freude und des Dankes preist die Kirche am Weihnachtstag wie auch bei der Taufgedächtnisfeier in der Ostervigil Gott für sein rettendes Handeln am Menschen: denn „sehr gut“ ist alles, was Gott geschaffen hat (vgl. Gen 1,31); ein „wunderbarer Tausch“ ist es, wenn Gottes Wort – sein Sohn – in der Weihnacht Mensch wird, damit die Menschen göttliches Leben gewinnen; überwältigend aber ist die Erfahrung jener „wahrhaft seligen“ ersten Osternacht, „die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet“ und die Gläubigen staunend rufen lässt: „O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden!“ (aus dem Osterlob Exultet). „„Gott, du hast uns wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt“: Anmerkungen zur Geschichte der Feiern von Umkehr und Versöhnung“ weiterlesen

Wann ist man Christ?

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„Lasst euch erneuern durch den Geist in eurem Denken“ – mit diesen Worten fordert Paulus die Gemeinde in Ephesus auf, sich auf die Lehre Jesu zurückzubesinnen und die eigene Lebensführung zu überdenken. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – das Umdenken ist eine Daueraufgabe jedes Christen. Das eigene Gottesbild, sich selbst und das Verhältnis zum Nächten in Frage zu stellen, war lange eine tägliche Praxis der Christen in Form der täglichen Gewissenserforschung. „Wann ist man Christ?“ weiterlesen

Bin ich nicht würdig?

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„Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ – Von Vielen gedankenlos gebetet, für Manche anstößig: Warum soll ich mich als „unwürdig“ sehen, klein und wertlos …? Sind die Zeiten nicht vorbei, in denen die Religion dazu benutzt wurde, Menschen abhängig und unmündig zu halten? Kann Gott nur groß sei, wenn der Mensch klein ist? „Bin ich nicht würdig?“ weiterlesen

Auf der Suche nach seinem Antlitz

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„Gott zu suchen“ ist die Aufgabe jedes religiösen Menschen. Ein Christ sucht Gott in der Bibel, in der Natur, in den Ereignissen des eigenen Lebens, in der christlichen Tradition, in der Liturgie oder einfach im stillen Gebet. Auf dieser Suche helfen auch viele Wegweiser: Gebetbücher, theologische und geistliche Literatur, geistliche Begleitung, Exerzitien oder die Stimme des eigenen Herzens. Das ist gut und richtig so, denn Jesus selbst ermutigt: „Sucht und ihr werdet finden.“ (Mt 7,7) Doch die jüdisch-christliche Tradition kennt auch die entgegengesetzte Bewegung, die in der persönlichen Spiritualität manchmal in Vergessenheit gerät. „Auf der Suche nach seinem Antlitz“ weiterlesen

Weihnachten für alle?

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Weihnachten ist seit dem 4. Jahrhundert in der Westkirche als Geburtsfest Jesu bekannt; im Osten des römischen Reiches hingegen gehört die Geburt Jesu zum Fest Erscheinung des Herrn (Epiphanie) am 6. Jänner. Beide Feste werden rasch populär, schärfen ihr Profil und werden bis heute gefeiert. Die Geburtsthematik verblieb beim Weihnachtsfest, während das Erscheinungsfest weitere Motive an sich gezogen hat: den Besuch der Sterndeuter aus dem Osten, die Taufe Jesu im Jordan und das Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana: Sie offenbaren, dass Jesus von Anfang an „Sohn Gottes“ ist. „Weihnachten für alle?“ weiterlesen

„Einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen…“ Notizen zur Feier von Weihnachten und Epiphanie

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„Dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch, und wir sterbliche Menschen empfan­gen in Christus dein göttliches Leben.“ Mit diesen Worten beschreibt die dritte Präfation von Weih­nachten den Inhalt des Weihnachtsfestes: Ein wundersamer, ja paradoxer Tausch findet statt,  ein Tauschhandel (lat. commer­cium), bei dem die reich werden, die nicht zahlen können! „„Einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen…“ Notizen zur Feier von Weihnachten und Epiphanie“ weiterlesen

Ist Beichten entwürdigend?

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Ja, ich stimme zu: In (zu) vielen Fällen ist es wohl so gewesen. Selten hat ein „Mittel zum Heil“ über Generationen hinweg so viel Verzweiflung, Erniedrigung und geistlichen Schaden angerichtet wie das Sakrament der Versöhnung. Man ist versucht, mit all jenen Menschen aufzuatmen, die sich davon freigemacht haben, sich schuldig zu fühlen, wo sie keine Schuld trifft, sich Lebensfreude zu versagen oder (neues) Lebensglück schlechtreden zu lassen, sich für „Vergehen“ zu bezichtigen, die keine sind – und darüber ihre Erlösung und Heiligung in Christus beinahe ganz zu vergessen. „Ist Beichten entwürdigend?“ weiterlesen

Im Wald besser beten?

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„Wenn ich allein bin, kann ich besser beten als mit anderen, deshalb gehe ich nicht in die Kirche.“ – Bestimmt können viele Menschen dieser Feststellung einiges abgewinnen, wenn auch sie erleben, dass in der Einsamkeit die persönliche Begegnung mit Gott besser und intensiver gelingt als „in der Kirche“. Ungestört von der Welt, ungestört von anderen.

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