„Wandlung“ und „Verbuntung“ der Religion

Der katholische Theologe und Religionssoziologe Paul Michael Zulehner hat – unter dem Titel „Wandlung“ – eine neue Studie vorgelegt. Seit 50 Jahren erforscht er die Religion der Österreicherinnen und Österreicher. Sein Befund: Die Gesellschaft wird nicht säkularer, sondern bunter. Menschen würden sich ihren eigenen religiösen Kosmos basteln, mit den jeweils dazu passenden Jenseits- und Gottesvorstellungen.

Aus den Umfragedaten liest Zulehner, dass der Anteil eindeutig atheistisch denkender Menschen seit 1970 nicht gestiegen ist. Er liege bei etwa 20 Prozent. Atheisten nehmen in der Regel auch an, dass nach dem Tod alles aus ist, dass es also keinerlei Weiterexistenz oder Auferstehung gibt.

Zulehner nennt dieses Fünftel die „Sterblichen“ und stellt sie der großen Mehrheit der „Unsterblichen“ gegenüber. Kirchen und andere große Religionsgemeinschaften verlieren ihre Gläubigen also nicht an den Atheismus, sondern an eine bunte oder „verbuntete“ Religiosität.

Die römisch-katholische Kirche als größte Religionsgemeinschaft des Landes werde von derzeit 58 Prozent auf das „biblische Normalmaß“ schrumpfen, prognostiziert Zulehner – also zu einer kleinen Minderheit.

Ein Bericht von Peter Beringer:


Quelle: https://religion.orf.at/tv/stories/3001585/

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200417_OTS0087/orientierung-ueber-wandlung-und-verbuntung-der-religion

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