„Die Zukunft beginnt jetzt“ – Philosophische Gedanken für den Tag

© Curtis MacNewton on Unsplash

Radio Ö1: „(Philosophische) Gedanken für den Tag“ (Jänner 2017) von Dr. Peter Zeillinger.

Die Regeln der Zukunft erfinden (Jean-François Lyotard) – Sendung Mo, 2.1.2017
Die Zukunft das Jetzt bestimmen lassen (Bibel und Koran) – Sendung Di, 3.1.2017
Den Anfang vom Ende her schätzen lernen (Judith Butler) – Sendung Mi, 4.1.2017
Die Gerechtigkeit und das „Vielleicht“ (Jacques Derrida) – Sendung Do, 5.1.2017
Wer hat eigentlich das Asyl erfunden? – Sendung Fr, 6.1.2017
„Vielleicht wird das Unmögliche daher notwendig gewesen sein“. Der Zukunft Stimme verleihen (Alain Badiou und Jacques Derrida) – Sendung Sa, 7.1.2017 „„Die Zukunft beginnt jetzt“ – Philosophische Gedanken für den Tag“ weiterlesen

„Alles an dir ist schön, und schön ist deine Liebe.“ Das Ringen um eine neue Sprache in der Sexualmoral: nur eine Frage der Rhetorik?

© Everton Vila on Unsplash

Beitrag von Prof. Dr. Martin M. Lintner OSM

1. Die „außerordentliche Schönheit der menschlichen Liebe und des Ehebandes“

Das Vorbereitungsdokument für die im Oktober 2014 geplante dritte außerordentliche Bischofssynode „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung“[1] fasst die kirchliche Lehre über Ehe und Familie zusammen und ruft ihre biblischen und heilsgeschichtlichen Grundlagen in Erinnerung. Es spricht u. a. von der „außerordentlichen Schönheit der menschlichen Liebe, die bereits mit inspirierten Zügen im Hohenlied gefeiert wird“, und des „Ehebandes, das von Propheten wie Hosea (cf. Hos 1,2-3,3) und Maleachi (cf. Mal 2,13-16) gefordert und verteidigt“ wird. Durch diese außerordentliche Schönheit der menschlichen Liebe und des Ehebandes „hat Jesus die ursprüngliche Würde der Liebe des Mannes und der Frau bekräftigt“. „„Alles an dir ist schön, und schön ist deine Liebe.“ Das Ringen um eine neue Sprache in der Sexualmoral: nur eine Frage der Rhetorik?“ weiterlesen

Religionswissenschaft: Eine empirisch-kritische Rekonstruktion religiöser Traditionen

© Rumman Amin on Unsplash

Beitrag von Univ.-Prof. DDr. Franz Gmainer-Pranzl

Wie sich immer wieder zeigt, erfreut sich das Fach und Themenfeld Religionswissenschaft, also die Auseinandersetzung mit anderen Religionen, eines regen Interesses, sodass dieses Fach als „selbstverständlicher“ Teil des Theologischen Kurses erscheint. Weniger selbstverständlich ist hingegen, worin das Charakteristische einer religionswissenschaftlichen Auseinandersetzung besteht. „Religionswissenschaft: Eine empirisch-kritische Rekonstruktion religiöser Traditionen“ weiterlesen

„Ohne Eros keine Liebe.“ Der Blick auf die Erotik in Amoris Laetitia

© Pablo Heimplatz on Unsplash

Beitrag von Prof. Dr. Martin M. Lintner OSM

Dass es Eros und erotische Liebe in der Tradition der christlichen Sexualmoral nicht leicht gehabt haben, ist hinlänglich bekannt. Noch in der Neuzeit wurde der Eros als begehrendes, besitzergreifendes Streben verstanden, das sich nur schwer mit der sich verschenkenden und hingebenden Liebe versöhnen lässt. „„Ohne Eros keine Liebe.“ Der Blick auf die Erotik in Amoris Laetitia“ weiterlesen

Dürfen wir als Christen guten Gewissens Fleisch essen?

© Alex Guillaume on Unsplash

Beitrag von Prof. Dr. Martin M. Lintner OSM für katholisch.de

Wie viel soll Fleisch kosten? Wie viel dürfen wir essen? Können wir überhaupt noch guten Gewissens Fleisch essen? Und was sagt die Bibel dazu? Das sind angesichts einer wachsenden Sensibilität für das Tierwohl in der Landwirtschaft brisante Fragen. Es sind angesichts der globalen Klimaveränderung, zu der die Treibhausgasemissionen in der intensiven Landwirtschaft und Nutztierhaltung entscheidend beitragen, aber auch brennende ökologische und politische Fragen.

„Dürfen wir als Christen guten Gewissens Fleisch essen?“ weiterlesen

Philosophie. Fragen nach dem Ganzen und dem Grund

© Alex Block on Unsplash

Beitrag von Univ.-Prof. DDr. Reinhold Esterbauer

Um den Unterschied zwischen Philosophie und Theologie zu verdeutlichen, wird gerne das folgende Gleichnis erzählt, in dem die beiden Disziplinen allegorisch als Personen auftreten: Die Philosophie – so wird gesagt – gleiche einer Frau, die in einem völlig abgedunkelten Saal nach einem Raben hascht, indem sie sich wie ziellos durch den Raum bewegt und immer wieder ihre Handflächen aufeinanderschlägt, um den Vogel zu erfassen – allerdings erfolglos. Die Theologie hingegen gleiche einer Frau, die in einer Ecke desselben lichtlosen Zimmers sitzt, die Hände faltet und meint, sie halte den Raben schon zwischen den Händen fest.

An diesem Gleichnis – auch wenn es ungerechterweise die Theologie nicht gut wegkommen lässt – können einige Charakteristika aufgezeigt werden, die die Philosophie im Rahmen des Theologischen Kurses auszeichnen. „Philosophie. Fragen nach dem Ganzen und dem Grund“ weiterlesen

Der katholische Elefant in Zeiten der Pandemie

© Josine Vaes on Unsplash

Beitrag von Dr. Piotr Kubasiak für die Guardini Stiftung e.V.

Der im Dezember 2019 verstorbene Theologe Johann Baptist Metz prägte das Bild eines katholischen Elefanten, „der sich schon vom Bild her schwerlich in eine Nische sperren lässt und der in seinem veritablen Umfang immerhin schon über viele Epochenschwellen hinweggezogen ist – meist schweren, schleppenden Schritts und nicht selten eben auch wie der Elefant im Porzellanladen“. Den schleppenden Schritt hat der Kabarettist Helmut Schleich auf den Punkt gebracht, als er Benedikt XVI. in den Mund legte: „Erst kürzlich haben wir zugegeben, dass wir geirrt haben. Die Erde ist keine Scheibe. Galileo Galilei hatte Recht. Das muss man schonungslos aussprechen, auch wenn es schmerzen mag.“ Trotz der satirischen Übertreibung ist unbestritten, dass der katholische Elefant auch heute in vielen Punkten unzeitgemäß wirkt und sich dies nicht nur auf die Unzeitgemäßheit des Evangeliums schieben lässt. „Der katholische Elefant in Zeiten der Pandemie“ weiterlesen

Dominikaner-Kardinal Yves Congar vor 25 Jahren gestorben

© Levan Ramishvili on flickr

Beitrag von Alexander Brüggemann für kathpress.at

Immer wieder aufstehen – die Devise durchzieht die Biografie vieler großer Persönlichkeiten in Politik und Religion. Der französische Dominikaner Yves Congar musste viele Nackenschläge einstecken – und wurde trotzdem einer der wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Am 22. Juni 1995, vor 25 Jahren, starb er mit 91 Jahren in Paris. „Dominikaner-Kardinal Yves Congar vor 25 Jahren gestorben“ weiterlesen

Kirchenrecht. Eine verbindliche „Gesellschaftsordnung“ für die Gemeinschaft der Glaubenden

© Tingey Injury Law Firm on Unsplash

Beitrag von Dr. Ernst Pucher

Nach einem öfters zitierten Wort von Thomas von Aquin ist Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit grausam, Barmherzigkeit  ohne Gerechtigkeit die Mutter der Auflösung. (Comm. in Matthaeum V,2)

Damit befinden wir uns bereits mitten in der komplexen Wirklichkeit von „Kirche“, die als Nachfolgegemeinschaft Jesu die menschgewordene Liebe und Barmherzigkeit Gottes gerecht zu leben und zu verkünden hat. Die rechtlich verfasste Institution „Kirche“ bietet ihren Gliedern diesbezüglich Identität, Einheit und – im Rückgriff auf bewährte Traditionen – Entlastung von ständiger Neu-Begründung. „Kirchenrecht. Eine verbindliche „Gesellschaftsordnung“ für die Gemeinschaft der Glaubenden“ weiterlesen

App und Animationsfilm zu Forschung in Analytic Theology

© Loyola Productions Munich - Visualizing Minds

Mit der App „Gott Seeker – Was die Welt im Inneren Zusammenhält“ und einem 42-minütigen Animationsfilm machen die Universität Augsburg (UNIA), die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Innsbruck (UIBK), die Hochschule für Philosophie München (HFPH), die Universität Regensburg (UR) und die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen (PTH) Ergebnisse von sechs Jahren interdisziplinärer Forschung zwischen Philosophie und Theologie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. „App und Animationsfilm zu Forschung in Analytic Theology“ weiterlesen