Glaubensbekenntnis in der Bibel

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Die Hebräische Bibel kennt mehrere Verben mit der Bedeutung „bekennen“. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie in einer Form stehen, die man als „kausativ“ (=verursachend) bezeichnet. So hat das Verb „schreiben“ in seiner kausativen Form die Bedeutung von „diktieren“ – also jemanden zum Schreiben veranlassen. Das bedeutet: Ein Bekenntnis wird in der hebräischen Bibel immer durch jemanden verursacht. Niemand kann von sich aus bekennen. Derjenige, der dieses Bekenntnis auslöst, ist der biblische Gott. Ihm wird eine Eigenschaft zugeschrieben, die man auf Deutsch als „Zuverlässigkeit“ oder „Treue“ übersetzen kann. Die Treue des HERRN, die Israel erfahren hat und erfährt, ist Ursache des Bekenntnisses zu seinem Gott. „Glaubensbekenntnis in der Bibel“ weiterlesen

Glaubensbekenntnisse – Texte für heute?

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Schon der heilige Augustinus sagte, das Credo sei „klein in der Anzahl der Worte, doch gewaltig in der Bedeutung der Gedanken.“ Die Glaubensbekenntnisse sind tatsächlich relativ kurz und neben dem Vaterunser gehörten sie lange zum Minimum dessen, was ein Christ auswendig können musste. Auf der anderen Seite ist der Inhalt der Bekenntnisse so komplex, dass die Texte von Anfang an einer Auslegung bedurften: Ihre lange Tradition zieht sich von den Kirchenvätern über das Mittelalter und die Reformation bis in die Gegenwart hinein. Auch fast alle wichtigsten Theologen des 20. Jhs. haben eine Auslegung des Credos vorgelegt. Allen diesen Bestrebungen ist die Intention gemeinsam, die Inhalte nicht nur erklären zu wollen, sondern diese Texte für die Gegenwart verständlich zu machen. „Glaubensbekenntnisse – Texte für heute?“ weiterlesen

Glaubensbekenntnisse in der Liturgie

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Der Glaube soll vielfältigen und persönlichen Ausdruck im Leben finden. Im Gottesdienst geschieht das in besonderer, nämlich ritueller Kommunikation, d. h. in wiederholbaren Handlungen und Sprechakten, zu denen auch die Glaubensbekenntnisse zählen. Nicht spontan, sondern vorgegeben, liegt ihr Wert in der beständigen Einladung zur Identifikation. Meist knappe, teils liturgische Bekenntnisformeln finden sich bereits im Neuen Testament (z. B. „Jesus Christus ist der Herr“, Phil 2,11). „Glaubensbekenntnisse in der Liturgie“ weiterlesen

In Stein gemeißelt? Die Glaubensbekenntnisse im Wandel der Zeit

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Nicht viele Texte der (Kirchen)Geschichte können eine ähnliche Karriere vorweisen: Die christlichen Glaubensbekenntnisse erfüllen seit jeher eine Vielzahl von Funktionen und gehören zu den faszinierendsten Dokumenten des Christentums: Sonntag für Sonntag werden sie im Gottesdienst gesprochen oder gesungen. Sie finden Verwendung im Katechumenat, bei der Taufe, in der Predigt, in Gebeten, im Exorzismus – und im Kampf gegen Häresien. In der Geschichte wird ihnen bisweilen sogar magische Wirkung zugeschrieben. Wie sind die christlichen Glaubensbekenntnisse erstanden, welche Funktionen erfüllten sie und welche Bedeutung können sie noch für heute entfalten? „In Stein gemeißelt? Die Glaubensbekenntnisse im Wandel der Zeit“ weiterlesen