Hans Kessler: Impulse im Rahmen der Friedensnacht in St. Michael, Werther, am 10.4.2022

© Austrian National Library

Putins grausamer Krieg gegen die Ukraine, immer noch gestützt vom Moskauer Patriarchen Kyrill, und das russische Volk wird systematisch belogen, und viele in der Welt dazu.

Ich wurde gefragt: Wie kann Gott das zulassen? Wo bleibt da Gott?

„Hans Kessler: Impulse im Rahmen der Friedensnacht in St. Michael, Werther, am 10.4.2022“ weiterlesen

Die Worte der Dämonen

©

Eine „Achtung Bibel!“ -Sendung von Stefanie Jeller  am 19. Jänner 2022, radio klassik Stephansdom.

In den Evangelien wimmelt es von Dämonen, ebenso in griechischen Zauberpapyri und in der ägyptischen apokalyptischen Literatur. Der Bibel-Experte Oliver Achilles, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Theologischen Kursen, hat die Texte verglichen und verblüffende Ähnlichkeiten entdeckt. So werden die Worte der schreienden Dämonen im Markusevangelium im Vergleich mit den magischen Papyri aus Ägypten ein Stück weit verständlicher. – Ein Ausflug in die Welt der Dämonenaustreibungen und Gegenbeschwörungen.

Hier die Sendung zum Nachhören: https://radioklassik.at/die-worte-der-daemonen/

Das Potential der christlichen Theologie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

© Geralt on Pixabay

Statement von Univ.-Prof. Dr. Roman SIEBENROCK (Universität Innsbruck) in der UNO-City-Kirche (Wien) zur Feier 81 Jahre THEOLOGISCHE KURSE, 30.9.2021.

Die Frage nach dem Potential theologischer Bildung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat zwei Perspektiven miteinander zu verbinden[1]: eine Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen und die Möglichkeiten der christlichen Theologie für den wohl als gefährdet angesehenen Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Mit dieser Präzisierung des Themas sind einige Konkretionen verbunden. Zunächst: Ich kann und werde nicht von einem scheinbar neutralen Standpunkt aus sprechen, sondern von meinen Erfahrungen, d. h. meinen Hoffnungen und Sorgen in dieser Zeit und dieser gesellschaftlichen Situation ausgehen. Mit der „Themenzentrierten Interaktion“ nenne ich das den „Globe“. Denn diese Situation ist nicht einfach der Kontext, also ein Außen, sondern durchdringt bis in die Wahrnehmung hinein alle denkerische Orientierung. Weiters spreche ich nicht von irgendeiner Theologie, sondern verdeutliche schon zu Beginn, dass ich von der Perspektive einer christlichen Theologie in katholischer Tradition ausgehe. Dabei zeigt die Kennzeichnung „eine christliche Theologie“ an, dass es nicht nur berechtigterweise, sondern notwendigerweise eine Pluralität an theologischen Ansätzen und Perspektiven geben muss und ich „meine“ Perspektive als eine unter vielen möglichen erachte. Diese Perspektive wird, wenigstens nach subjektiver Einschätzung, wesentlich darin bestehen, die Optionen und Möglichkeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils für diese Fragestellung fruchtbar werden zu lassen. Zudem verweist der Begriff „Potential“ auf eine Möglichkeit christlicher Theologie, die vielleicht noch nicht realisiert worden ist. „Das Potential der christlichen Theologie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ weiterlesen

Gott ohne Namen: ein Versprechen

© wiki commons

„Si comprehendis non est Deus. / Wenn du es verstanden hast, so ist es nicht Gott.“ Augustinus wusste, dass man den biblischen Gott nicht einfach mit der Vernunft verstehen oder bestimmen kann. Und Kinder wissen, dass man jemanden „in der Hand hat“, wenn man seinen Namen kennt. „Ich verrate dir meinen Namen nicht,“ sagen sie daher manchmal mit großem Ernst. Auch die Bibel selbst vermeidet es, den Gott, den sie in ihren Erzählungen beschreibt, einfachhin zu identifizieren. Gott hat in der Bibel viele Namen, männliche und weibliche, um damit jeweils etwas Bestimmtes zum Ausdruck zu bringen. Durch diese Vielfalt wird vermieden, Gott anhand eines einzelnen Namens bestimmen oder „kennen“ zu können. In den entscheidenden Momenten der Bibel erweist sich Gott aber als der Unsagbare. So etwa offenbart sich Gott dem Propheten Elija auf dem Berg „im Säuseln des Windes“, und dieser kann nur seinen Rücken sehen, nachdem Gott „vorübergegangen ist“. Man kann Gott offensichtlich erst nachträglich erkennen und nicht in einem donnernden Spektakel, das gerade abläuft. Und wenn sich in der Exoduserzählung Gott dem Mose im Dornbusch offenbart (Ex 3,14), dann macht er dies nicht wie „das kleine Ich-bin-ich“ aus dem bekannten Kinderbuch von Mira Lobe, um damit seine Individualität und Eigenständigkeit zum Ausdruck zu bringen, auch nicht um sich philosophisch als das große Eine bestimmen zu lassen, sondern vielmehr um den Blick von seinem Namen wegzuwenden: „Ich bin der, der ich sein werde / als der ich mich erweisen werde“, müsste man den Satz, der hinter dem Gottesnamen JHWH steht, etwas kompliziert übersetzen. Die revidierte Einheitsübersetzung fügt bei Ex 3,14 die Fussnote hinzu, dass der hebräische Text an dieser Stelle die Zeitform des Präsens mit der des Futur verknüpft. So als ob Gott sagen würde: „Ich bin jetzt schon als wer ich mich künftig für euch erweisen werde.“ Ein solcher Name ist also eher ein Versprechen, keine simple Bestimmung oder Identifizierung. Doch wieso eigentlich?

„Gott ohne Namen: ein Versprechen“ weiterlesen

Der Retter ist auch der Richter

© Jose Guertzenstein auf pixabay

„Gott hat uns gerettet!“ – lautet die zentrale Erfahrung des Volkes Israel. Sie zieht sich durch das gesamte Alte Testament: „Gott hat uns aus dem Sklavenstaat Ägypten befreit.“ Der befreiende Gott ist keine theoretische Erkenntnis, sondern konkrete Erfahrung. Eine Erfahrung, die auch konkrete Auswirkungen auf die Lebensführung hat. Die von Gott geschenkte Freiheit soll für alle bewahrt bleiben. Das von Gott gegebene Gesetz, die Zehn Gebote, sind Leitlinien für ein gerechtes Miteinander. Auf die Rettung aus der Versklavung in Ägypten antwortet das Volk Gottes mit dem Halten der Gebote: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Usw.“ (Ex 20, 2-3) Dieses „sollst“ wäre richtig zu übersetzen mit „wirst“. Aus der Befreiung durch Gott folgt nach innerer „Logik“ eine Lebensführung, die Gott entspricht. „Der Retter ist auch der Richter“ weiterlesen

Schöpfer und Lebensspender

© gemeinfrei

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde …“ Mit diesen Worten beginnt die Bibel. Am Anfang gab es nichts, dann machte sich Gott an die Arbeit und es begann ein Spektakel: Es knallte Licht in die Dunkelheit, Himmel und Erde trennten sich, die Erde wurde bepflanzt und die Gewässer füllten sich mit Lebewesen, und schließlich brachte Gott sein Abbild – den Menschen – hervor. Auch eine Hollywood-Produktion wie der Film „Noah“ verkneift sich nicht, diese Geschichte beim Abendessen auf der Arche einzuspielen, mit allen Effekten der modernen Filmkunst. Es ist möglicherweise die biblische Geschichte schlechthin, mit der vermutlich jedes jüdische oder christliche Kind aufwächst. Eine wunderschöne Erzählung, die erst in eine Krise geriet, als man sie mit einer historischen Beschreibung verwechselte und zu wissen glaubte, dass Gott tatsächlich sechs Tage gewerkelt habe und diese Beschreibung jede Erkenntnis der Naturwissenschaft erübrige.

„Schöpfer und Lebensspender“ weiterlesen

Gottes Namen in den Handschriften der Bibel

© Wiki Commons

Angefangen mit den Büchern des Alten Testamentes wurden die Texte der Bibel gut zweitausend Jahre lang von Schreibern kopiert und so von Generation zu Generation weitergeben. Unsere heutige Art, das Wort Gottes in gedruckter oder elektronischer Form zu lesen, ist in der Geschichte der Bibel eine späte Entwicklung. Wie die Schreiber der Antike ihre Texte geschrieben haben, ist allerdings nicht nur eine technische, sondern auch eine theologische Frage, da ihre Frömmigkeit sich aus der Art herauslesen lässt, wie sie ihrer Aufgabe nachgekommen sind.

„Gottes Namen in den Handschriften der Bibel“ weiterlesen

Lieber? Ewiger? Allmächtiger? Gott! Zur liturgischen Gottesanrede

© Sara Nabih, wiki commons

Namen sind nicht Schall und Rauch, sie sind Inbegriff des Personseins. Bei der Namenswahl für ein Kind bedenken wir die Bedeutung dessen, was wir ihm bei seinem Eintritt in die Welt zusprechen und für sein Leben unverlierbar mitgeben wollen. Gelingt die Identifikation mit dem uns von anderen gegebenen Namen nicht oder findet ein radikaler Bruch im Leben statt, werden Namen abgelegt und andere, neue gewählt und angenommen. Ob befreiend oder schmerzlich, ist dies ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeit …

„Lieber? Ewiger? Allmächtiger? Gott! Zur liturgischen Gottesanrede“ weiterlesen

Auf dem Weg des Verstehens nach Emmaus

© falco auf Pixabay

Lukas erzählt im letzten Kapitel seines Evangeliums von zwei Anhängern Jesu (von denen er nur einen namentlich nennt), die auf dem Weg nach Emmaus waren. Auf diesem Weg sprachen sie über die tragischen und beunruhigenden Ereignisse in Jerusalem im Zusammenhang mit der brutalen Hinrichtung des Menschen, auf den sie so große Hoffnungen gesetzt hatten. Auf die Rückfrage eines dazu gekommenen Fremden beschreiben sie ihn als Propheten, von dem sie die Erlösung Israels erhofften. „Auf dem Weg des Verstehens nach Emmaus“ weiterlesen