Gastbeitrag von Christian Puck
Seit der frühmorgendlichen Auferstehungsfeier am Ostersonntag bis zum Pfingstsonntag bleiben die Ministrantinnen und Ministranten in der Glanzinger Kirche bei der Wandlung stehen – anstatt wie sonst zu knien. Was steckt dahinter?
Die „Frankfurter Silberinschrift“. Ein frühchristliches Amulett stellt die Frühgeschichte der Liturgie und religiösen Praxis in Frage
Beitrag von Prof. Dr. Harald Buchinger (Universität Regensburg, Ehrenfreund der THEOLOGISCHEN KURSE)
Ein am 11.12.2024 vom Frankfurter Oberbürgermeister vorgestelltes Silberamulett aus einem Gräberfeld der Römerstadt Nida auf dem Gebiet des heutigen Frankfurt erregte zu Recht europaweit mediales Aufsehen und fand den Weg auf die Titelseiten von Leitmedien; wirft die vom Frankfurter Archäologen Prof. Dr. Markus Scholz entzifferte Inschrift aus dem dritten Jahrhundert doch nicht nur ein neues Licht auf die Frühgeschichte des Christentums nördlich der Alpen; mit dem Zitat des Dreimalheilig stellt es auch Fragen an die Entwicklung der altkirchlichen Liturgie und religiösen Praxis. Die Entzifferung war nicht zuletzt technisch bemerkenswert: Die fragile Rolle wurde überhaupt erst dadurch zerstörungsfrei lesbar, dass sie vom Leibniz-Zentrum für Archäologie Mainz durch Computertomographie elektronisch „entrollt“ wurde.
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Den wievielten Tag des fünfzigtägigen Ostersonntags 2024 haben wir heute? Ist uns bewusst, dass diese Zeit uns sieben mal sieben Tage und noch einen dazu gibt, um unser österliches Sein zu verkosten, zu erproben, anzueignen?
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Vom Segen Gottes und der Kirche. Anmerkungen zur Erklärung „Fiducia Supplicans“
Dürfen Paare, die in einer nicht von der Kirche anerkannten Beziehung leben, einen Segen erhalten? Ein zartes Signal aus Rom, das ein klares „Ja, aber“ bedeutet, könnte nicht unterschiedlicher in den Kirchen Europas, Amerikas und anderer Kontinente interpretiert werden. Was kann man dazu sagen, ohne das zarte Pflänzchen der Hoffnung auszureißen? Aber auch ohne zu beschönigen, was theologisch höchst unbefriedigend geblieben ist?
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Trinket alle daraus!
Durch Corona geriet die Kelchkommunion weit ins Hintertreffen. Wie Gemeinden (wieder) neu für sie gewonnen werden können, zeigen ermutigende Beispiele aus der Praxis.
Taufe in die Kirche von morgen …
In der Vierzigtagezeit vor Ostern sind Christ*innen eingeladen, ihrer Taufe zu gedenken und nötigenfalls ihr Leben zu revidieren. Damit sind sie Erben der Taufbewerber*innen und der Büßer*innen, die in altkirchlicher Zeit von den Gemeinden solidarisch auf dem Weg zu ihrer Aufnahme oder Wiederaufnahme (nach kirchentrennender Schuld) in die Kirche begleitet wurden. Nach Durchsetzung der Unmündigentaufe und später der Beichte verliert sich im „christlichen Abendland“ die Spur dieser Personengruppen weitgehend.
„Als mitternächtliches Schweigen das All umfing…“ Marginalien zur Feier von Weihnachten und Epiphanie
2020 herrschte um diese Zeit ein Lockdown für alle mit strengen Beschränkungen für gottesdienstliche, gesellige und familiäre Zusammenkünfte, dieser Tage ein Déjà-vu … Weihnachten wurde zwar nicht abgesagt, die Erfahrung der liturgischen gut zweiwöchigen Weihnachtszeit mit ihren Texten und Gesängen aber blieb dünn. Wie wird es in wenigen Wochen sein? Grund genug für einige Momente der Besinnung auf ihre vermutlich auch heuer verhalten erklingende Botschaft.
Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben?
Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört. (Iob 9,16) Das ist Hiobs bittere Einsicht am Ende seiner vergeblichen Empörung gegen das ungerechte Leiden, das ihn getroffen hat. Die „wissenden“ Antworten seiner theologisch gebildeten Freunde erschienen ihm als untauglich. Hiobs Frage nach dem Warum quälen ihn (und viele Leidende) nicht weniger als Krankheit, Schmerz, Verlust der Liebsten und sozialer Tod. Dazu kommt die Frage: Wozu leide ich? Gott aber, wenn ich ihn in meinem Elend fragte, würde er mir Antwort geben? Und welche?
Von der Fassungskraft der Gläubigen
„Und weil ich nichts kann, drum fang ich nichts an.“ So meint im Kinderreim das „kleine Binkerl im Winkerl“, dem keiner etwas zutraut – weshalb es auch nie erfahren wird, dass und was es kann.
Deposition Rites: Dramatic Liturgy and Its Media Between East and West
Prof. Dr. Harald Buchinger, Ehrenfreund der THEOLOGISCHEN KURSE, hat am 13.10.2022 die prestigeträchtige Aidan Kavanagh Lecture 2022 an der Yale University gehalten. Der Vortrag zum Thema „Deposition Rites: Dramatic Liturgy and Its Media Between East and West“ war zugleich Teil des Festprogramms der Convocation zum 200-Jahr-Jubiläum Yale Divinity School.
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