Der Stephansdom: Mehr als ein Bau aus Stein

© mdb_edw

Kulturgut, Fotomotiv, Wahrzeichen – den Stephansdom kennt jeder Tourist und jedes Kind. Doch geht die „Sehenswürdigkeit“ des Domes weit darüber hinaus: Innen und außen, von den Fundamenten bis zur Turmspitze, erzählt er – in Stein, Holz, Glas und Erz, in Gewand und Gerät, Klang und Raum, Schrift und Bild – seine eigene Geschichte sowie die seiner Erbauer und Besucher, deren Hoffnungen und Frömmigkeit, Ängste und Heilsvergewisserung ihn geformt haben … Der jährlich von den THEOLOGISCHEN KURSEN angebotene Spezialkurs „Der Stephansdom: Mehr als ein Bau aus Stein“ lädt dazu ein, den vertrauten „Steffl“ mit anderen Augen, vielleicht aus einer ungewohnten Perspektive oder auch einfach nur eingehender als sonst zu betrachten. „Der Stephansdom: Mehr als ein Bau aus Stein“ weiterlesen

Anmerkungen zur Geschichte des Eheverständnisses und der Trauungsliturgie

© Drew Coffman on Unsplash

„Warum heute (noch) heiraten?“ – Diese Frage lässt sich im Blick auf die nunmehr zu unternehmende Zeitreise durch die Geschichte der Ehe und Trauung nochmals zuspitzen auf die nicht minder interessante Frage „Warum heute (noch) kirchlich heiraten?“ Klingt darin doch ein Zusammenhang zwischen einer Lebensform und ihrer religiösen Legitimierung an, der sehr vertraut und doch weniger selbstverständlich ist als gemeinhin angenommen. „Anmerkungen zur Geschichte des Eheverständnisses und der Trauungsliturgie“ weiterlesen

Singt das Lob dem Osterlamme

© Ingrid Fischer, Lamm, Sant' Ambrogio, Mailand

Welches Lied verbinden Sie mit der Feier der Auferstehung Christi? Mit welchen Worten, welcher Melodie würden Sie Ihrer Osterfreude Ausdruck verleihen? Seit über eintausend Jahren erklingt am Ostertag in der Liturgie die Sequenz Victimae paschali laudes, und seit dem 12. Jahrhundert ist das Osterlied Christ ist erstanden zunächst als noch einstrophiges Gemeindelied belegt; unterschiedliche mehrstrophische Erweiterungen lassen sich ab dem 14./15. Jahrhundert feststellen, bis sich im 19. Jahrhundert weitgehend seine heutige dreistrophige Fassung etabliert hat. Beide Gesänge wurden vielfach rezipiert und musikalisch bearbeitet. Martin Luther schuf daraus den Choral Christ lag in Todesbanden, der auch einer berühmten Osterkantate von Johann Sebastian Bach zugrunde liegt. Und beide Osterweisen finden sich in schlichter Form bis heute an prominenter Stelle in den katholischen und evangelischen Gesangsbüchern. „Singt das Lob dem Osterlamme“ weiterlesen

…Und noch immer bin ich bei dir! Spirituelle Impulse aus der Osterzeit

© St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 391, p. 33 – Antiphonarium officii

Wie es nach Ostern weiterging? Und erst recht nach Pfingsten? Die fortgesetzte Lesung aus der Apostelgeschichte schildert die Dynamik des Erlösungsgeschehens in Erzählform, die Einzugsgesänge des Chorals während des siebenwöchigen Ostersonntags geben sie verdichtet wieder: Das Leben, zu dem Christus aus der Todesnacht erwacht ist, hat die ganze Schöpfung erfasst; darin eingetaucht werden aus Menschen Töchter und Söhne Gottes, und die Welt ist erfüllt vom Erbarmen Gottes und dem Lied der Geretteten – nur wer es nicht mitsingen will, muss gehen …          „…Und noch immer bin ich bei dir! Spirituelle Impulse aus der Osterzeit“ weiterlesen

Karsamstag (nicht nur 2020): Ausharren in der Krise

© Anastasis, Istanbul (c) Steven Zucker

Die Welt hält derzeit den Atem an – und verfolgt gebannt die Entwicklung der Pandemie des CoViD-19: für unsere globalisierte Welt steht sehr viel auf dem Spiel. Zugleich nähert sich jener Tag, an dem alles, das Schicksal der ganzen Schöpfung, auf dem Spiel stand.  Als Tag der Krise (gr. krisis, Entscheidung) ist der Karsamstag in jedem Jahr ein liturgisch unvergleichlicher Tag im kirchlichen Leben. „Karsamstag (nicht nur 2020): Ausharren in der Krise“ weiterlesen

Leiden und Leidenschaft. Musikalisches und Theologisches zur Johannespassion (J. S. Bach, BWV 245)

© Wolfgang Sauber. Innichen ( Südtirol ). Stiftskirche Kreuzigungsgruppe ( 13.Jhdt. )

Am Karfreitag, 7. April 1724, erklang die Johannes-Passion in der Nikolaikirche in Leipzig erstmals. Text und Musik stellen Jesu Leiden nicht nur dar, sondern wollen den Zuhörer involvieren, ihn am Geschehen teilhaben lassen und verdeutlichen, dass Christus für ihn leidet: „O Mensch, bewein dein Sünde groß …“ „Leiden und Leidenschaft. Musikalisches und Theologisches zur Johannespassion (J. S. Bach, BWV 245)“ weiterlesen

Die aufgehobene Tradition der vorösterlichen Tagzeitenliturgie

© P. Christoph Merth OSB

Benediktinische „Trauermetten“ nach der Liturgiereform*

Die römisch-monastischen Tenebrae haben in der heutigen Liturgia Horarum eine aus der älteren Tradition gewonnene, aber vor dem Hintergrund ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte dennoch frappierend neue Feiergestalt gefunden.[1] Wiederum völlig anders konzipiert das Benediktinische Antiphonale von Münsterschwarzach die in der Bewahrung und Modifikation doppelt aufgehobene Tradition (1); es profilieren sich also aus der jeweils charakteristischen Relation von Kontinuität und Innovation zwei strukturell und theologisch unterschiedlich akzentuierte Feiern des einen Pascha-Mysteriums Christi. Nach einem Seitenblick auf einen dritten, gemischten Feiertyp im Monastischen Stundenbuch von St. Ottilien (2) werden abschließend die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst (3). „Die aufgehobene Tradition der vorösterlichen Tagzeitenliturgie“ weiterlesen

Zur Tagzeitenliturgie an den drei Tagen vor Ostern

© St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 391, p. 28 – Antiphonarium officii

Vom römischen (und monastischen) Offizium zur heutigen Liturgia Horarum[1]

„Mangels anderer liturgischer Quellen für diesen Tag kommt dem Stundengebet am Kar­sams­tag eine besondere Bedeutung zu, wenn man den Charakter dieses Tages genauer be­stimmen will.“[2] Dem ist insofern beizupflichten, als liturgisches Feiern ein primärer locus theologicus ist;[3] und doch verschafft erst das Fehlen „anderer Quellen“ der Stunden­liturgie entsprechende Aufmerksamkeit. Die allgemeine Wahrnehmung dieser Gottesdienst­form seitens der meisten Gläubigen und im kirchlichen Leben vieler Gemein­den ist leider wenig anders.[4] „Zur Tagzeitenliturgie an den drei Tagen vor Ostern“ weiterlesen

Christus, der Psalmenbeter

© David Mark auf Pixabay

Die Evangelien bezeugen den kenntnisreichen und vertrauten Umgang Jesu mit dem Gebetsschatz seiner Bibel, dem Ersten Testament: in der Abwehr des Versuchers (Mt ,6), im Wort über den Davidssohn (Lk 20,42) oder in der Nacht vor seiner Gefangennahme am Ölberg (Mk 14,34). Viel häufiger jedoch ziehen die Autoren der neutestamentlichen Schriften Psalmzitate, Paraphrasen oder Anspielungen heran um Jesus aus der eigenen, jüdischen Tradition heraus als den Messias Gottes zu legitimieren (Kontinuität). „Christus, der Psalmenbeter“ weiterlesen