Christus, der Psalmenbeter

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Die Evangelien bezeugen den kenntnisreichen und vertrauten Umgang Jesu mit dem Gebetsschatz seiner Bibel, dem Ersten Testament: in der Abwehr des Versuchers (Mt ,6), im Wort über den Davidssohn (Lk 20,42) oder in der Nacht vor seiner Gefangennahme am Ölberg (Mk 14,34). Viel häufiger jedoch ziehen die Autoren der neutestamentlichen Schriften Psalmzitate, Paraphrasen oder Anspielungen heran um Jesus aus der eigenen, jüdischen Tradition heraus als den Messias Gottes zu legitimieren (Kontinuität). „Christus, der Psalmenbeter“ weiterlesen

Matthäuspassion von Heinrich Schütz

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Heute am Palmsonntag im Lesejahr A wird in den Kirchen die Passion nach Matthäus vorgetragen. Eine der beeindruckendsten Vertonungen dieses Evangeliums stammt von einem der führenden Komponisten des 17. Jahrhunderts: Heinrich Schütz (1585-1672), „seines Jahrhunderts hervorragendster Musiker“ (Grab-Inschrift), war Kapellmeister am sächsischen Hof und Leiter der Hofkapelle Dresden. Zu seinem äußerst umfangreichen Corpus an biblisch-liturgischer Chorliteratur gehört auch die 1666 uraufgeführte wortgetreue a-capella Vertonung der Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heiland Jesu Christi nach dem Evangelisten Matthäus für gemischten Chor (SWV 479). „Matthäuspassion von Heinrich Schütz“ weiterlesen

(Nicht nur) Ostern 2020

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„In ihm leben wir … bewegen wir uns und sind wir.“ (Apg 17,28) So umschreibt Paulus in Athen die ebenso unverfügbare wie gewisse Nähe Gottes zu seiner Schöpfung. Auch besteht kein Zweifel daran, dass diese von Menschen individuell erfahren und beantwortet werden kann. Doch: Wozu dann die liturgische Versammlung? Gibt es denn ein Darüber-hinaus in der personalen Beziehung zwischen Gott und Mensch? In diesen Tagen, die aus Sorge umeinander paradoxerweise vom „social distancing“ geprägt sind, stellt sich die Frage nach dem gemeinschaftlich gefeierten Gottesdienst drängender als sonst und lädt zur Vergewisserung darüber ein, was wir zu tun gewohnt sind, jetzt aber entbehren müssen – und, was (zwar weniger gewohnt) jetzt umso mehr zu tun geboten wäre. „(Nicht nur) Ostern 2020“ weiterlesen

Karwochenliturgie im Zeichen von Covid-19 – eine vertane Chance

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Beitrag von Univ.-Prof. Dr. Johann Pock

Die Regelungen zur Feier der Karwochenliturgie der Gottesdienstkongregation und der Österreichischen Bischofskonferenz sehen eine Feier einzelner Priester im kleinsten Kreis vor. Der Großteil der KatholikInnen ist ausgeschlossen. Grundsätzlichere Schritte im Sinne der Anerkennung des Taufpriestertums wurden nicht gemacht – eine vertane Chance. Pastoralliturgische Überlegungen von Johann Pock „Karwochenliturgie im Zeichen von Covid-19 – eine vertane Chance“ weiterlesen

Von der Schande zum Ruhm. Pesach und Ostern: Zwei Feiergestalten einer Hoffnung

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In den Tagen vom 8. bis zum 16. April feiern Juden in diesem Jahr Pesach. Etwa zur gleichen Zeit gehen die westlichen Kirchen in die Hohe Woche: In der Nacht zum 12. April, der Pascha-Vigil, beginnt für sie jene Fünfzig-Tage-Zeit, die „wie ein einziger Ostersonntag“ zu feiern ist (Tertullian), die orthodoxen Kirchen folgen eine Woche später. Was gibt Juden wie Christen Anlass zu solch lang anhaltender Festesfreude? Und was wird in jener außergewöhnlichen Nacht gefeiert, die so anders ist als alle anderen Nächte? Pesach und Ostern sind „zwei Feste wie zwei Schwestern“ (C. Leonhard) – was aber macht ihren Eigencharakter, was die Verwandtschaft aus?

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